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Presseberichte

Wieslocher Woche 22.12.2010

Frauenforum Freitags-Treffen mit Agnes Helmus

Weibliche Spiritualität leben

(ut). Zum oben erwähnten Thema war Agnes Helmus, 59, Ritualleiterin und feministische Kulturreferentin, eingeladen, die ausgebildet wurde in einem 3-jährigen Studiengang an der Akademie ALMA MATER.

Ganz verändert war der Souterrain-Raum im Bistro Bronners am Freitagmorgen: die Tische zur Seite gestellt; am Boden, auf einem roten Tuch drapiert, ein Jahresrad, auf dem die 4 Mond- und die 4 Sonnenfeste mit entsprechenden Symbolen dargestellt waren; auf einem Seitentisch ein kleiner Altar mit Göttinnenstatuetten auf weißem, rotem und schwarzem Samt - den Farben der Göttin. "Rituale können nicht in einem Vortrag erläutert, sie müssen erfahren werden", erklärte Helmus und stimmte die Frauen mit einer Entspannungsmeditation, mit Kreistänzen und Liedern zum Thema ein.

Die Natur zu feiern in den Zyklen von Sonne und Mond, von Werden, Wachsen und Blühen, Vergehen und Neugeburt, gleichbedeutend mit den menschlichen Lebensthemen säen und ernten, sich öffnen und loslassen, schenken und empfangen, bitten und danken, gebären und sterben - dies seien die Themen, so Helmus, die im Mittelpunkt der acht Jahreskreisfeste und der weiblichen Spiritualität ständen.

Die Einbindung in den Zyklus der Jahreskreisfeste könne uns existenzielle Themen näher bringen. Das, was im "Außen", in der Natur geschehe, habe in unserem "Innern" seine Entsprechung. Das Miteinander-Teilen spiritueller Erfahrungen, von der Gemeinschaft der Gruppe getragen und im Ritual belebt, könne Frauen ermutigen und sie in ihrer Eigenmacht bestärken. Die Grundelemente eines jeden Jahreskreisfestes sind der Kreis, die Reinigung, die vier Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde, die Anrufung der Göttin, eine dem Thema des Festes entsprechende Haupthandlung und das gemeinsame Essen.

Jahresfeste

Anhand des Jahresrades erläuterte Agnes Helmus die traditionellen acht Feste, beginnend mit der Wintersonnenwende, dem Fest der längsten Nacht, des kürzesten Tages und der Wiedergeburt des Lichts am 21./22. Dezember, ein Sonnenfest.

Das Lichtmess-Fest werde bei zunehmendem Mond um den 2. Februar begangen. Es sei das Fest des stärker werdenden Lichts und der Visionen für das neue Jahr.

Das Fest der Frühlings-Tag- und Nachtgleiche, ein Sonnenfest am 21./22. März, stehe für das Thema Aussaat und Sichtbarwerden des neuen Lebens.

Walpurgis, das Vollmondfest Anfang Mai, werde auch als Fest der Hexen bezeichnet. Erotik, Ekstase und ausgelassene Lebensfreude seien das Thema.

Die Sommersonnenwende am 21./22. Juni sei ein Sonnenfest, das am längsten Tag und zur kürzesen Nacht die Fülle in der Natur und in uns, die explodierende Lebenskraft, die pralle Sonne, Blumen und Beeren feiere.

Um den 2. August, bei abnehmendem Mond, werde das Schnitterinnenfest begangen - das Fest der Kräuter und des Abschneidens von wilden Trieben oder auch von überkommenen Lebensanteilen in uns.

Bei der Herbst-Tag- und Nachtgleiche am 21./22. September gehe es um das Ernten und Danken und um die Hinwendung zur nun beginnenden dunklen Jahreshälfte.

Beim Ahninnenfest oder auch Schwarzmondfest im November, dem vierten Mondfest, stehe das Vergehen in der Natur wie auch unsere eigene Sterblichkeit sowie die Ehrung von Verstorbenen, der "Ahninnen", im Mittelpunkt.

Beeindruckt vom Erlebten und den ergänzenden Informationen verabschiedeten sich die Frauen und bedankten sich herzlich bei der Referentin. Ihr war es auf beeindruckende Weise gelungen, den Frauen eine Ahnung von weiblicher Spiritualität zu vermitteln.